Nordlichter im August
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Worum gehts?
In der Nacht vom 11.8. zum 12.8. und der darauffolgenden Nacht waren photographisch Polarlichter/Nordlichter zu sehen.Was sind Polarlichter?
Polarlichter enststehen durch geladen Teilchen die von der Sonne in Sonnenstürmen zur Erde geschleudert werden und durch das Erdmagnetfeld gelengt an den Polen mit den Molekülen der Erdathmosphäre interagieren.Siehe mehr auf Wikipedia
Was sind die Perseiden?
Dies ist ein Meteorschauer bestehend aus den Überresten des Schweifes eines Kometen, durch den Die Erde jählich um den 11./12. August fliegt. Die haben ihren Namen vom Sternbild Perseus aus dem die Sternschnuppen zu kommen scheinenSiehe mehr auf Wikipedia
Die Geschichte
In den Nächten auf den 12. und auf den 13. August sind die jährlichen Sternschnuppenschauer Perseiden
Also machte ich mich kurz nach Mitternacht mit meinem Stativ meiner Sony Alpha 7 IV und meiner alten Nikon D7200 auf den Weg zu einem dunklen Feld in der Nähe.
Die Sony stellte ich auf ein Stativ und machte von dem gleichen Bereich eine Serienaufnahme um hoffentlich ein paar Sternschnuppen einzufangen, während ich die Nikon mit meinem Fisheyeobjektiv in eine andere Richtung schauen ließ.
Mit dem Fisheyeobjektiv (8mm APS-C) sind auch die Aufnahmen von mir und dem Stativ entstanden.
Nikon D7200 - Walimax Pro 8mm f3.5 - f8, 20s, iso 3200
Nikon D7200 - Walimax Pro 8mm f3.5 - f3.5, 8s, iso 3200
Als ich nach einiger Zeit dann einmal die Aufnahmen der Nikon durschschaute, da ich diese Fotos nur manuell machte, sah ich einen Bunten Streifen am Horizont und erkannte direkt um was es sich handelte: Nordlichter!
Sofort riss ich meine Sony in die andere Richtung um die Nordlichter in einer höheren Qualität festzuhalten.
Und da waren sie: Die markenten bunten Streifen, die ich bisher nur von Profi-Fotografen kannte.
Leider war dieses Schauspiel nicht mit den bloßen Augen zu erkennen, nur auf den Bildern, die jeweils mit 5-10 Sekunden Belichtungszeit aufgenommen wurden.
Zum Glück gesellten sich auch noch ein paar Sternschnuppen zu den Nordlichtern
Sony α 7 IV - Samyang AF 18mm f2.8 - f2.8, 20s, iso 3200
Sony α 7 IV - Samyang AF 18mm f2.8 - f2.8, 15s, iso 3200
Der nächste Tag
Am nächsten Tag (Nacht vom 12. auf den 13.) sah ich in der App Polarlicht Vorhersage direkt eine erhöhte Wahrscheinlichkeit und zum Glück war der Himmel wieder klar.
Mit der selben Ausrustung machte ich mich diesmal auf den Weg zu einem Feld ohne Bäume richtung Norden
Als ich dort ankam traf es mich wie ein Schlag: Die Nordlichter waren schwach mit dem bloßen Auge sichtbar!!!
So schnell wie möglich baute ich meine Kamera auf und fing an zu fotografieren.
Wie in der Vorhersage zu sehen, war am vorherigen Tag die Vorhersage nicht so optimistisch (mittlerer KP-Wert), jedoch am in der Nacht auf dem 12. sehr hoch.
Nach einiger Zeit und ein paar guten Fotos verschwanden die Lichter fast vollständig und wurden zu einem Schimmer, wie am Vortag.
Da ich noch etwas die Nacht genoss und ein paar andere Aufnahmen machte blieb ich dort und wurde nicht enttäscht. Die Lichter kamen zurück und das stärker als zuvor.
Dies zeigte mir: Nordlichter sind echt keine Konstante: Sie kommen und gehen und fluktuieren stark. Zum Beobachten braucht eins also Geduld und/oder Glück.
Sony α 7 IV - Sony FE 50mm f1.8 - f1.8, 10s, iso 1600
Sony α 7 IV - Samyang AF 18mm f2.8 - f2.8, 10s, iso 1600
Sony α 7 IV - Sony FE 50mm f1.8 - f1.8, 10s, iso 1600
Sony α 7 IV - Samyang AF 18mm f2.8 - f1.8, 10s, iso 1600
Videos
Zusätzlich zu den Fotos habe ich diesmal auch einige Ressourcen auf Videos verwendet.
Diese sind durch sehr viele hochqualitative Aufnahmen entstanden, die im Nachhinein zu einem zeitraffer Video verarbeitet wurden.
Dieser Zeitraffer hat einen Faktor von 20, das heißt jede Sekunde im Video entspricht 20 sekunden in der Realität
Sony α 7 IV - Samyang AF 18mm f2.8 - f2.8 - f2.8, 10s, iso 1600
Sony α 7 IV - Sony FE 50mm f1.8 - f1.8, 10s, iso 1600
Sony α 7 IV - Sony FE 50mm f1.8 - f1.8, 10s, iso 1600
Sony α 7 IV - Sony FE 50mm f1.8 - f1.8, 10s, iso 1600
Ein paar Extras
An dem ersten Abend ist zusätzlich zu den Bildern der Nordlichter ein Bild der Andromeda Galaxie entstanden.
Dieses Bild ist ein mit Siril enstandenes Bild aus 70 Einzelbildern aufgenommen mit der Sony α 7 IV und dem Tamron 28-200mm F/2.8-5.6 Di III RXD Objektiv bei einem Einzelbild ISO von 12800. Mehr zu diesem Stacking unter Technik
Sony α 7 IV - Tamron 28-200mm F/2.8-5.6 - f5.6, 2s, iso 12800
Nikon D7200 - Walimax Pro 8mm f3.5 - f8, 20s, iso 3200
Technische Details
Im Folgenden berichte ich ein bisschen mehr wie ich mich auf eine Nach-Foto-Session vorbereite.
Vorbereitung und Equipment
In diesem Fall geht es insbesondere um Sternschnuppen und auch allgemeine Sternenfotografie
Nur der Vollständigkeit zu erwähnen sind die Kamera selbst und meine Lieblingsobjektive. Jedoch ist es wichtig vorher bei Bedarf Objektive und Kamera Sauber zu machen
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Nur der Vollständigkeit zu erwähnen sind die Kamera selbst und meine Lieblingsobjektive. In meinem
Fall sind das:
- Sony FE 50mm f1.8
- Sony FE 85mm F1.8
- Samyang AF 18mm f2.8
- Aufgeladene Akkus, denn Langzeitaufnahmen benötigen viel Strom und nachts ist es oft kalt.
- Stativ (is klar, es geht um Langzeitaufnahmen)
- Was warmes zum Anziehen
- Eine kleine Taschenlampe, denn irgendwas ist immer wofür eins Licht braucht (Einstellungen, Objektivwechsel, Reinigen)
- Stellarium App, falls benötigt
- Leere Speicherkarte (besonders für Deep Sky Fotos)
Wie mache ich diese Aufnahmen?
Zunächst ist es wichtig ein bisschen rumzuspielen. Mit der Sony α 7 IV kann ich anders als bei der Nikon D7200 in ganz anderen ISO Bereichen fotografieren. Dies ermöglicht es mir sehr entspannt Bilder mit kürzerer Belichtungszeit zu machen.
Das heißt auch: Lieber mal zu viel ISO als verschwommene Sterne. Bzw herausfinden was benötigt wird.
generell gilt bei dem 18mm Weitwinkel sind Belichtungen von 20s möglich, bevor Sterne verschwimmen, bei dem 50mm müssen es dann schon 5s sein. Bei dem 200mm Tamron waren die 2 Sekunden schon hart an der Grenze.
Dies ist natürlich auch Abhangig davon wohin eins fotografiert. Eher Richtung Norden (Perseus, Andromeda, Kassiopeia, Großer Wagen) kann mensch längere Belichtungszeiten benutzen als Richtung Süden (Orion etc).
Serienaufnahmen
Bei Sternschnuppen ist eh eher Glück gefragt und bei so einem zufälligem Spiel hilft Ausdauer. Also stelle ich die Intervallfunktion der Kamera ein und mache einfach mal 200 Fotos hinterheinander vom selben Abschnitt. Es gilt:
- Irgendwann wird sich schon eine Sternschnuppe zeigen.
- Es ist wie im Supermarkt: Die meisten Sternschnuppen werden NICHT im Auschnitt der Kamera auftreten.
- In dieser Zeit kann ich auf dem Handy Artikel lesen wie schlecht grelle Bildschirme im Dunkeln sind :-P (besser in den Himmel schauen ... es lohnt sich!
Wie auf dem Milchstraßenfoto zu sehen ist, sind Capella und Jupiter strahlend, dies kam in später nacht durch Kondenswasser auf den kalten Linsen. Daher öfter mal nachschauen und putzen (oder sogar Wärmepads mit Gummibändern an die Linse packen)
Sony α 7 IV - Samyang AF 18mm f2.8 - f1.8, 10s, iso 1600
Bei Aufnahmen wie der Andromeda Galaxie gilt zunächst das gleiche wie bei Sternschnuppen, nur dass hier der Fokus auf dem Gesamtergebnis liegt.
Hier wähle ich meist rauschärmere und dafür dunklere und scharfe Bilder. Sollte sich der Bereich, den eins später haben möchte zu sehr ändern, sollte das Stativ nachgeführt werden. Dies kann mit äquatorialer Montierung einfacher fallen (Low cost: ich schraube manchmal meinen Kugelkopf mit Gewindeadapter auf mein altes Videostativ, was ich einfach zu Polaris ausrichte).
Stacking
Image-Stacking ist ein riesen Thema für sich (Bias, Darks, etc: Blog über Siril). Einfach gesagt werden die Rohdaten von vielen Bildern sehr genau aneinander ausgrichtet und mit verschiedenen Fehlerkorrekturen und unterschiedlichen Herangehensweisen übereinander gelegt.
Warum tut eins das? ISO fängt an zu rauschen und Blende kann nur maximal gewählt werden, bleibt also die Belichtungszeit: Aber wie schon erwähnt verschwimmen die Sterne ab ~10s Belichtungszeit und eine akurate Nachführung ist vielleicht nicht immer passend. Nun können aber 1000s (~16min) erreicht werden, indem 100 mal 10s belichtet wird und diese Bilder zu einem verrechnet werden. So lassen sich auch über Tage hinweg stundenlage Belichtungen erstellen.
Meine Software
- Fotosortierung: Geeqie
- Roh-Bearbeitung: Darktable
- Sonstige Bearbeitung: Gimp
- Image Stacking: Siril
- Website Massenverarbeitung: shell, python mit convert von imagemagick